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Text Brigitte Huck

 

Corina Vetsch Nichts ist heikler als Prognosen - speziell wenn sie die Zukunft betreffen

 

Schließlich hat Corina Vetsch eine umfangreiche Recherche zum Thema

Zukunftsforschung durchgeführt. In Bibliotheken, im Internet und

im einschlägigen Zukunftsinstitiut Matthias Horx, einem einflussreichen

Think-Tank der europäischen Trend- und Zukunftsforschung.“Die Frage,

mit der wir uns täglich auseinandersetzen“, so ein Text auf der Website,

„ist einfach gestellt: Welche Veränderungen – welche Trends und Megatrends

– prägen unsere Gegenwart und welche Rückschlüsse lassen

sich daraus für die Zukunft von Gesellschaft, Unternehmen und Kultur

schließen?“ Die Antworten sind, was Horx betrifft, „mitunter komplex“, für

Corina Vetsch allerdings geradezu lächerlich affirmativ, betrachtet man

die Realität.

Auf umfangreichen Diagrammen, die auch Zeichnungen und Collagen

umfassen, stellt die Künstlerin inhaltliche Bezüge innerhalb des gesammelten

Materials her. Sie kontextualisiert, entkontextualisiert, fragmentiert

und transformiert Inhalte, modifiziert Strukturen und findet durch

ihr Repräsentationssystem zu einer neuen und anderen Lektüre für die

Zukunft der „kreativen Klasse“, der Matthias Horx eine blühende Zukunft

prophezeit. Die Diagramme verbinden Medien der bildenden Kunst mit

Sprache und Zeichen und konfigurieren einen Raum, in dem die Zukunft

der künstlerischen Arbeit erörtert wird.

 

Publikation zur Ausstellung Zukunft der Arbeit

in der Arbeiterkammer Wien, 18.11. − 10.12.2010