default_mobilelogo

Pressetext zum Preis der Kunsthalle Wien 2011

von Lucas Gehrmann 

 

Die Schweizer Künstlerin Corina Vetsch (*1973) erhält den diesjährigen Preis der Kunsthalle Wien für ihre mehrteilige Arbeit Zur Eutopie im Blasendiagramm.

Zudem bewertete die Jury die skulpturale Arbeit ohne Titel von Sophie Hirsch (*1986 in Wien) als so herausragend, dass diese Installation ebenfalls zur Ausstellung gelangt.

Die Arbeiten beider Künstlerinnen weisen inhaltliche Parallelen auf und ergänzen sich zugleich formal im Ausstellungskontext.

 

Corina Vetschs von ihrem Rechercheprojekt zur „Zukunft der Arbeit“ ausgegangene Serie mittel- und großformatiger Papier- und Leinwandarbeiten (Mischtechnik und Collage) mit dem Übertitel Zur Eutopie im Blasendiagramm handelt von Möglichkeiten, Ideen und Visionen der Gestaltung lebenswerter Bedingungen im privaten, urbanen, sozialen und öffentlichen Feld.

Corina Vetsch bedient sich hierzu unterschiedlicher Möglichkeiten der Visualisierung von Daten und ihren Zusammenhängen (Diagramme, Tabellen, Piktogramme, Datenbäume etc.), kombiniert sie mit Bild- und Textausschnitten von Printmedien, mit eigenen Zeichnungen oder malerischen Überarbeitungen, um auf diese Weise eigenwillige Bild- und Text-Welten zu generieren, die zwischen Wissenschaft, Philosophie, persönlichem Tagebuch, Fantasy, Comic und Popkultur changieren.

Dabei kommt das „Ich“ der ihre Wünsche und Visionen äußernden Künstlerin ebenso zur Sprache wie eine Vielzahl anderer Stimmen, das Poetische ebenso wie das Statistische, das Utopische wie das Alltägliche …

„Die Bildhintergründe bestehen zumeist aus „Minimal-Landschaften“, aus Himmel und Erde, um dem Möglichen einen Ort zu geben."

Corina Vetsch spricht mit dieser Arbeit wesentliche Fragen und Probleme unserer Zeit und Zivilisation an. Dabei scheint sie zunächst vorbehaltlos zuzulassen, was ein Potenzial von Veränderung verheißen kann. Der von ihr zitierte Satz des Astrophysikers Robert Goddard könnte wie ein „Motto“ über ihrer Bilderreihe stehen: „Es ist schwer zu sagen, was unmöglich ist, denn der Traum von gestern ist die Hoffnung von heute und die Wirklichkeit von morgen.“

 

 

Der 2002 ins Leben gerufene Preis der Kunsthalle Wien ergeht seither jährlich an AbsolventInnen der Universität für angewandte Kunst Wien. Eine mehrköpfige Jury unter dem Vorsitz von Rektor Gerald Bast ermittelt aus den am Institut für Bildende und Mediale Kunst positiv begutachteten Diplomarbeiten den oder die PreisträgerIn. Neben einem Preisgeld erhalten die jeweiligen Preisträger eine Ausstellung im project space der Kunsthalle Wien, die von einem von der Universität für angewandte Kunst herausgegebenen Katalog begleitet wird.

 

Rahmenprogramm:

Freitag, 16. Dezember 2007, 19.00 Uhr, project space: Künstlergespräch und Diskussionsrunde

 

Corina Vetsch, geboren 1973 in St. Gallen/CH, lebt und arbeitet in Wien.

Sie studierte an der Universität für Angewandte Kunst Wien Malerei bei Prof. Johanna Kandl.

 

Seit 2006 Ausstellungsbeteiligungen u.a. in A , D, MNE, LT, zuletzt z.B.: Akademie-Galerie, Nürnberg; Künstlerhaus Wien; Galerie .Z, Hard (2010), Akademie der Künste, Vilnius; Kunsthalle Wien project

space (2009).